Ratgeber
Taschengeld: Wie viel ist angemessen?
Die kurze Antwort: etwa zwei Euro pro Woche im Grundschulalter, etwa zwanzig im Monat mit zwölf. Die längere Antwort steht darunter — denn der Betrag ist der leichtere Teil der Frage.
Die Tabelle
Die folgenden Beträge stammen aus der Taschengeldtabelle, die die Landesjugendämter herausgeben. Sie sind Orientierung, keine Vorschrift — und sie setzen voraus, dass das Kind davon nichts Lebensnotwendiges bezahlen muss.
| Alter | Betrag | Takt |
|---|---|---|
| unter 6 Jahre | 0,50 bis 1,00 € | wöchentlich |
| 6 bis 7 Jahre | 1,50 bis 2,00 € | wöchentlich |
| 8 bis 9 Jahre | 2,00 bis 3,00 € | wöchentlich |
| 10 bis 11 Jahre | 16,00 bis 18,50 € | monatlich |
| 12 bis 13 Jahre | 20,00 bis 22,00 € | monatlich |
| 14 bis 15 Jahre | 25,00 bis 30,00 € | monatlich |
| 16 bis 17 Jahre | 35,00 bis 45,00 € | monatlich |
| ab 18 Jahren | 70,00 € | monatlich |
Prüfen Sie den Stand, bevor Sie sich festlegen: Die Tabelle wird regelmäßig angepasst, und was hier steht, ist der Stand von 2025.
Was der Betrag nicht beantwortet
Drei Fragen entscheiden mehr über den Erfolg als die Höhe:
1. Kommt es verlässlich?
Taschengeld, das mal kommt und mal nicht, lehrt nichts über Planen. Der feste Termin ist wichtiger als der Betrag — ein Kind, das weiß, dass am Freitag zwei Euro kommen, kann auf etwas hinsparen. Ein Kind, das nachfragen muss, kann das nicht.
2. Darf das Kind es falsch ausgeben?
Wenn nicht, ist es kein Taschengeld, sondern ein Budget mit Auflagen. Die Erfahrung, dass das Geld nach dem Süßigkeitenkauf am Montag für den Rest der Woche weg ist, lässt sich nicht durch Erklären ersetzen. Sie ist der eigentliche Zweck.
3. Wofür ist es zuständig?
Legen Sie fest, was daraus bezahlt wird und was nicht — und halten Sie sich daran. Ab etwa zwölf hilft ein Budgetgeld: ein größerer Betrag, aus dem auch Dinge wie Kleidung oder das Handy laufen. Das ist eine eigene Stufe und braucht eine eigene Absprache.
Taschengeld und Hausarbeit — zwei Töpfe
Die verbreitete Empfehlung von Erziehungsberatungsstellen lautet: Nicht koppeln. Der Grund ist einleuchtend, sobald man ihn einmal gehört hat — wer für das Abräumen des eigenen Tellers bezahlt wird, lernt, dass Mitarbeit im Haushalt eine Dienstleistung an den Eltern ist, für die es ein Entgelt gibt. Das ist ungefähr das Gegenteil dessen, was gemeint war.
Die saubere Trennung sieht so aus:
Wird nicht bezahlt
- Das eigene Zimmer
- Der eigene Teller
- Schuhe und Jacke wegräumen
- Die eigene Schultasche
- Kurz: was zum Zusammenleben gehört
Darf extra vergütet werden
- Auto waschen
- Keller oder Garage aufräumen
- Auf das Geschwisterkind aufpassen
- Laub harken, Rasen mähen
- Kurz: was über das Übliche hinausgeht
Und daneben, von beidem unberührt: das Taschengeld. Es kommt verlässlich und unabhängig von der Leistung, weil nur so der Umgang mit Geld zu üben ist.
Genau in dieser dritten Spalte liegt der Sinn eines Punktesystems: Es macht sichtbar, was über das Übliche hinausgeht, ohne aus jedem Handgriff ein Geschäft zu machen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter Taschengeld?
Üblich ist der Beginn mit der Einschulung, also mit etwa sechs Jahren. Vorher fehlt Kindern meist das Gefühl dafür, dass Geld begrenzt ist und dass eine Ausgabe eine andere ausschließt. Wer früher anfangen will, nimmt kleine Beträge und einen kurzen Takt — einmal pro Woche ist für ein Kind überschaubar, einmal im Monat nicht.
Wöchentlich oder monatlich?
Bis etwa zehn wöchentlich, danach monatlich. Der Wechsel ist selbst eine Übung: Wer einen Monatsbetrag einteilen kann, hat etwas gelernt, das mit dem wöchentlichen Betrag nicht zu lernen war.
Soll Taschengeld an Hausarbeit gekoppelt sein?
Die verbreitete Empfehlung lautet: nein, nicht vollständig. Taschengeld ist dafür da, den Umgang mit Geld zu üben, und das funktioniert nur, wenn es verlässlich kommt. Aufgaben, die zum Zusammenleben gehören — den eigenen Teller wegräumen, das eigene Zimmer — sind keine Dienstleistung an den Eltern. Etwas anderes ist eine zusätzliche Aufgabe, die über das Übliche hinausgeht; dafür extra zu zahlen ist weithin unstrittig.
Darf man Taschengeld streichen?
Als Strafe ist es ein schlechtes Mittel: Es trifft die Verlässlichkeit, die den Lerneffekt überhaupt erst ausmacht. Wer es dennoch tut, sollte es vorher angekündigt haben und den Zusammenhang erklären können.
Was kaufen Kinder von ihrem Taschengeld?
Am Anfang Süßigkeiten und Kleinkram, später Spiele, Kleidung und Verabredungen. Dass die ersten Käufe aus Erwachsenensicht unvernünftig sind, gehört dazu — die Erfahrung, dass das Geld danach weg ist, lässt sich nicht durch Erklären ersetzen.
Wenn Punkte statt Euro
Manche Familien legen sich nicht auf Geld fest, sondern auf Punkte, die je nach Wunsch in Bildschirmzeit, einen Ausflug oder eben doch in Taschengeld übergehen. Das hat einen praktischen Vorteil: Was ein Punkt wert ist, entscheiden Sie — und Sie können es ändern, ohne über Geld zu verhandeln.
Genau dafür ist FAMPOINTS gemacht. Wie es im Einzelnen funktioniert, steht in der Anleitung.